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YES-Day mit Kita- und Grundschulkindern: Tipps für einen spannenden Familientag

Viel zu oft sagen wir Eltern Nein zu den Ideen und Wünschen unserer Kinder. Mal haben wir zu wenig Zeit, sind skeptisch dem Wunsch gegenüber oder wir haben schlichtweg keine Lust, Ja zu sagen. Viel zu oft haben wir Angst, wenn wir einmal zu einer Sache ja sagen, dass die Ansprüche unserer Kinder maßlos ausufern. Schlechte Dinge sich dann im Alltag etablieren. Also federn wir lieber direkt ab. Mir fallen hunderte Gründe ein, warum ich ständig NEIN sage. Allerdings nur zu meinen Kindern. Zu den meisten anderen Menschen sage ich hingegen viel zu oft JA. Ob das so richtig ist?

Was ist ein YES-Day?

Was passiert, wenn man den Kindern mal einen Tag lang jeden Wunsch erfüllt? Wenn man sie Entscheidungen für die ganze Familie treffen lässt und einfach mal zu allem „Okay“ sagt?

Absolutes Chaos? Durchdrehende & überzuckerte Kinder, die vom vielen Fernsehen völlig Gaga in der Birne sind? Eltern, die als weinende Wracks ins Bett gehen? So stellen sich die meisten Eltern einen Tag vor, an dem sie den Kinder alles erlauben sollen und Nein sagen verboten ist.

Haben wir zurecht so wenig Vertrauen in unsere Kinder?

Ich verrate euch alle über unseren Kinder-Bestimmertag und hab vielleicht ein paar Infos für euren ersten YES-Day.

TIPPS FÜR EINEN YES-DAY MIT KITA- & GRUNDSCHULKINDERN

Ich wollte das schon so lange mal ausprobieren und war total gespannt, mit welchen absurden Ideen die Kinder unseren Ja-Tag auf den Kopf stellen. Unsrer erster Versuch hat mich einiges gelehrt.

Selbst keine Erwartungen an den Tag haben

Er könnte mittags vorbei sein, weil es den Kindern schlicht zu anstrengend ist, alles selbst zu entscheiden. Eure Ideen für so einen Tag werden außerdem vielleicht völlig ignoriert. Ihr müsst wohlmöglich über euren Schatten springen, wenn Wünsche fallen, die so gar nicht zu euren Vorlieben passen. Ich sag nur: “ Ich schmink dich gleich mal, Mama.“ Die Kinder freuen sich vielleicht aber auch nicht einmal darüber, dass ihr einen Tag lang alles erlaubt. Dann ist das halt so. Vergesst eure eigenen Fantasien vom perfekten YES-Day.

Mit oder ohne Plan in den YES-Day starten?

Eins solltet ihr auf jeden Fall bedenken, wenn ihr den YES-Day mit kleineren Kindern veranstalten wollt. Kinder können in dem Alter noch nicht planen. Sie werden sich nicht im Zimmer verkrümeln und mit einer fertigen, Tag füllenden Wunschliste vor euch stehen. Ich habe ihnen eine Liste mit Fragen ausgedruckt, die ihnen helfen sollte den Tag zu gestalten.

Es kann aber genauso gut funktionieren, ganz ohne Plan in den YES-Day zu starten. Einfach schauen, was passiert & ja sagen, wenn Ideen & Wünsche geäußert werden.

Entspannt bleiben beim YES-Day

Keiner der Wünsche eurer Kinder fällt in die Kategorie pädagogisch wertvoll? So what! Es ist nur EIN Tag! Viel Fernsehen, nur ungesunden Kram essen oder der Wunsch, ohne Zähne putzen ins Bett zu gehen werden sie nicht versauen. Versprochen!

Regeln für den YES-Day vorab festlegen

Damit die Umsetzung nicht scheitert und die Erwartungen nicht zu hoch gesetzt werden, helfen vorab festgelegte Regeln. Hier solltet ihr aber bitte streng mit euch und nicht mit den Kindern sein. „Max. 3 Süßigkeiten pro Kind“ zählt nicht als Regel… Unsere Abmachungen für den YES-Day sehen so aus:

Wann dürfen Mama & Papa nein sagen?

  • …wenn die Events zu teuer sind (Budget festlegen)
  • …bei Wünschen, die nicht an einem Tag machbar sind
  • …bei zu gefährliche Aktionen

Bei uns ist „hundetauglich“ noch ein Kriterium, weil der nunmal zur Familie gehört und nicht alles spontan mit Hund möglich ist.

Wie sah unser erster YES-Day denn nun aus?

6.30 Uhr – Wir lesen unterm Hochbett in der Kuschelecke.

7.15 Uhr „Können wir gucken, ob was im Kinderfernsehen kommt, solange du Frühstück machst?“

8.00 Uhr – Das bereits abends gewünschte „Manschmüsli“ steht auf dem Tisch. Dazu ein paar gewünschte, fertig geschmierte Brötchen

8.30 Uhr – Die Kinder haben das Welpengeschirr von Buttje gefunden und wollen alleine mit dem Plüschhund Gassi gehen. Jacken brauchen sie nicht.

9.00 Uhr „Wir kommen mit dem echten Hund spazieren“. (Aber vorher ziehen wir doch Jacken an ;))

10.00 Uhr – „Wir wollen was mit dem Baby-Lego vom Dachboden bauen. Wir alle!“

11.30 Uhr – Es gibt Schoko- und Müsliriegel vor dem Mittagessen

12.30 Uhr – Die Kinder haben sich gewünscht, dass wir beim Mittagessen „Restaurant“ spielen. Papa kocht Spaghetti mit Tomatensoße, Parmesan UND auf Befehl der Kinder „Brokkoli nur für die Großen“ dazu. Die Kinder spielen, dass sie die Kellnerinnen sind.

13.15 Uhr – Mal gucken, ob Mama & Papa noch einen Schokoriegel zum Nachtisch erlauben. WOOOOWWW! Die sagen tatsächlich ja!

14.30 Uhr – Etwas Langeweile kommt auf. Die stört aber niemanden. Es gibt entspannt Kaffee & Kuchen („Mama, mach mal was lustiges mit Zuckeraugen“), danach liest ein Kind im Bett und hört Hörspiele & Musik. Das andere macht Quatsch mit Papa.

16.00 Uhr – Die Kinder wollen einen Ausflug zum See machen und dort Abendbrot essen.

„Einfach Brote machen und Snacks einpacken, Mama“, lautet der Befehl… ääähm Wunsch.

Wir bleiben am See, bis es dunkel wird, obwohl dort wirklich GAAAAR NICHTS los ist zu der Jahreszeit. Sie rennen, matschen und knabbern vor sich hin.

19.15 Uhr – Wir warten auf den nächsten Wunsch. Die Kinder wollen ins Bett. Es war anstrengend, den ganzen Tag Bestimmer zu sein. Es dürfen aber gerne 2 Gute-Nacht-Geschichten sein. Draufgänger!

Fazit der Kinder zum YES-Day:

  • Sie haben erst im Lauf des Tages geschnallt, was ein Bestimmertag genau bedeutet.
  • Sie fanden es anstrengend alles zu entscheiden und am Ende wurden nur noch dankend Vorschläge von uns angenommen.
  • Sie wollen das jetzt öfter machen.

Fazit der Eltern zum YES-Day:

  • Wir haben mit deutlich mehr Ideen und einem viel längeren Tag gerechnet.
  • Wir waren stolz, dass die Kinder so viel gemeinsam machen wollten.
  • Wir sind neugierig, ob da nach dem ersten Versuch noch mehr „Absurditäten“ kommen.
  • Ich fand es fast schade, wie vernünftig die Kinder waren und hätte ihnen deutlich mehr Freiheiten gegönnt.
  • Wir wollen das jetzt öfter machen.

Warum wir den YES-Day auf jeden Fall wiederholen werden

  • Wir hatten eine schöne Zeit zusammen.
  • Ja sagen macht Spaß. Alle Familienmitglieder wissen, dass beim YES-Day „Ausnahmezustand“ herrscht. Wir mussten nicht diskutieren und uns für Neins rechtfertigen.
  • Wir lernen einiges über die Bedürfnisse und Wünsche unserer Kinder.
  • Mir persönlich hat es nachhaltig dabei geholfen, weniger zu zweifeln und generell öfter ja zu den Wünschen der Mädels zu sagen.

Habt ihr eure Kinder schonmal einen ganzen Tag lang bestimmen lassen? Was habt ihr da so gemacht und welche lustigen Ideen kamen euren Kindern so?

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