Allein mit Kindern – 9 Tipps für entspannte Tage ohne Partner:in

Mann auf Dienstreise: Seit Ewigkeiten bin ich mal wieder mehrere Tage alleine mit den Kindern. Das hab ich vor der Pandemie doch auch irgendwie geschafft. Doch plötzlich sitze ich da und bin tierisch nervös, während der Mann seinen Koffer packt. Wie soll ich das alleine schaffen? Morgens alle pünktlich aus dem Haus bekommen, arbeiten, Essen machen, Haushalt, Termine. Abends beide Kinder ins Bett bringen und den Hund nicht vergessen…

Zwei Dienstreisen später weiß ich wieder, wie wir Mädels gut ein paar Tage alleine über die Runden kommen, ohne dass ich mich danach sofort allein irgendwo einschließen möchte.

Meine eigene oberste Regel lautet: Der Alltag muss so einfach wie möglich gestaltet werden. Denn nur wenn ich es schaffe, entspannt zu bleiben, kommen wir klar. Bist du auch grad auf dich allein gestellt? Vielleicht helfen dir ja meine Tipps speziell für den Morgen und Abend allein mit Kindern. Vielleicht sind auch die einfachen Tipps für den entspannteren Alltag allein mit Kindern für dich interessant. Oder alle?

Tipps für den Morgen allein mit Kindern

Morgens finde ich das Alleinsein mit den Kindern besonders schwierig. Zumindest seitdem ein Kind pünktlich zur Schule muss und ich wieder mehr arbeite. Aber inzwischen helfen uns ein paar kleine, einfache Dinge dabei, entspannt in den Tag zu starten.

Frühstückstisch am Vorabend decken

Damit wir morgens nicht zu sehr in Stress geraten, decken wir abends nach dem Abendessen direkt den Tisch für das Frühstück. Und zwar gemeinsam. Geschirr, Besteck, Brotdosen, das Müsli, Obst und alle Brotaufstriche, die nicht aus dem Kühlschrank kommen. So müssen morgens nur noch der Kaffee und ein paar Kleinigkeiten aus dem Kühlschrank auf den Tisch gestellt werden. Abends den Frühstückstisch decken? Häää? Das finden die Mädels sogar so witzig, dass sie ohne Murren mithelfen.

Klamotten rauslegen am Abend

Wir vergessen das im Alltag immer wieder. Dabei ist es wirklich hilfreich, wenn man morgens nicht in Wäschekörben nach einem Shirt suchen muss, sondern sich einfach das abends ausgesuchte Outfit vom Stuhl schnappt und direkt anziehen kann. Der Tipp gilt übrigens nicht nur für die Kinderklamotten. Auch ich spare einiges an Zeit & Nerven, wenn ich mir schon abends meine Sachen zurechtlege (Jaaaaa. Ich weiß, wie spießig das klingt.)

Der Alltag allein mit Kindern

Ich habe mir beim letzen Alleinsein bereits vorher überlegt, bei welchen Dingen ich Abstriche machen kann. Den extra Auftrag vom Kunden? Abends erst aufs Sofa, wenn alles chic ist? Training mit dem Hund oder einfach mal nur Gassi und Spielen? Bastelnachmittage mit anschließendem Chaos? Ich entscheide je nach Gemütszustand, was ich mir gerade zutraue und was nicht. Das heißt auch, dass ich ab und zu mal Nein zu Dingen sage, die sonst kein Problem sind.

Einfaches Essen mit wenig Abwasch

Ob es das einfache Picknick aus der Muffinform zum Abendbrot ist, die fertig geschmierten Brote auf den Tisch gestellt werden oder nur ein Pizzakarton vom Lieferdienst zum zusammenzufalten ist. Je schneller das Essen gemacht ist und je weniger Arbeit ich mit dem Wegräumen habe, umso besser.

Unterwegs sein macht weniger Chaos im Haus

Wer nicht viel zu Hause ist, kann weniger Chaos anrichten. Also: ab auf den Spielplatz, in den Tierpark, in die City, zu Freunden und co. Das fällt im Frühling und Sommer natürlich leichter als an kalten, dunklen Wintertagen.

Spieldates organisieren

Die Alternative zum unterwegs sein, ist das Einladen von kleinen Gästen. Zwar gibt es dann doch Chaos im Haus. Allerdings sind die Kinder mit sich beschäftigt, ich kann zwischendurch Dinge erledigen oder einfach mal nix tun. Auch das hilft mir ungemein, unseren Tag zu entspannen.

Tschüß, perfekter Alltag

Ok. Perfekten Alltag gibt es hier sowie so selten. Wenn ich alleine bin, dann wird trotzdem nochmal öfter über Dinge hinweggesehen. Dann nehme ich lieber die entspannte Stimmung und übersehe die nicht vorhandenen Tischmanieren. Dann lass ich die Schlafanzüge einfach auf links gedreht im Kinderzimmer liegen und die Kinder ziehen sie abends verkehrt herum an. Dann putzen sie halt ausnahmsweise mal allein Zähne, ohne dass ich nachputze.

Keine Vergleiche, bitte!

„Andere schaffen das doch auch! Vor allem Alleinerziehende.“ AUTSCH! Ich habe mich wirklich mal dabei erwischt, wie ich das gedacht habe. Großer Fehler. Erstens ist es total uncool, sich als tageweise Strohwitwe mit Alleinerziehenden zu vergleichen. Außerdem ist niemandem damit geholfen. Jeder hat seinen Alltag. Unserer ist auf zwei Erwachsen ausgerichtet, die sich kümmern. Da kommt man auch bei ein paar Tagen allein anfangs ins Straucheln. Und auch wenn die Nachbarn oder Freunde das alles mit links zu machen scheinen, weisst du nicht zu welchen Bedingungen. Meckert sie die Kinder ständig an, weil es anstrengend ist, das Niveau allein zu halten? Ist er fix uns alle, sobald die Kinder abends im Bett sind und legt dann trotzdem noch stundenlang Wäsche zusammen? Ist der eine einfach geübt und der andere war erst wenige Male allein mit Kindern? Ich mache mir die Zeit allein, wie sie mir gefällt und es für uns alle am entspanntesten ist.

Humor, Humor, Humor

Im Buch Erziehen ohne Schimpfen (*Amazon Partnerlink) wird ein Spiel vorgeschlagen, das ich anfangs für völlig idiotisch gehalten habe. Man soll den Kindern aus Quatsch genau das verbieten, was sie eigentlich tun sollen. „Meine Kinder sind doch nicht dämlich“, hab ich gedacht. Und es dann in einer sehr angespannten Situation doch mal getestet.

„Du darfst du keinen Fall heute Abend Zähne putzen. Nein, lass das. Leg sofort die Zahnbürste wieder hin und hör auf, das auch noch gründlich zu machen. Ach Menno, das muss ich jetzt Papa erzählen. Der wird nicht begeistert sein.“

Auch nach dem hundertsten Mal: „Wehe, jemand kämmt sich heute. Und saubere Sachen sind absolut tabu!“ lachen die Kinder sich schlapp und tun, was ich möchte. Also, was ich nicht möchte. Ihr wisst schon…

Ich hätte nie im Leben gedacht, dass das mehr als einmal funktioniert. Und erst recht nicht, wie hilfreich dieser Quatschkram ist.

Der Abend allein mit Kindern

Oft lese ich, dass vor allem Mütter sich fragen, wie sie auch nur einen Abend ohne Partner:in überstehen sollen, wenn plötzlich mehrere Kinder ins Bett gebracht werden müssen. Alle sind eh schon müde. Die Kooperationsfähigkeit je nach Alter und voran gegangenem Tag kaum mehr vorhanden. Da müssen einfache Lösungen her.

Mehrere Kinder allein ins Bett bringen

Meine Mädels sind nun schon etwas größer und kommen nach einer Geschichte notfalls auch alleine klar beim Einschlafen. Sie werden aber beide noch immer gerne ins Bett gebracht. Gehen sie allein zu Bett, dann schläft mindestens eine schlecht, weil es halt ungewohnt abläuft. Die Gefahr, dass ich dann auch nicht gut schlafe, ist groß. Die Gefahr, dass ich deshalb am nächsten Morgen zum Mombie werde, noch größer. Warum also nicht direkt zusammen schlafen? Das machen wir aus mehreren Gründen fast immer, wenn der Mann außer Haus ist:

  • Das zu Bett bringen ist einfacher. Wir lesen gemeinsam etwas und alle können zum Einschlafen kuscheln.
  • Die Kinder schlafen besser. Meistens sogar durch.
  • Ich schlafe dadurch ebenfalls viel besser.

Die Kombination aus allem sorgt dafür, dass wir hier viele Situationen meistern, ohne dass einer von uns kurz vorm Nervenzusammenbruch ist. Das Beste ist: Ich habe nicht das Gefühl, mich nur ein paar Tage zusammenzureißen. Ich lerne tatsächlich, Prioritäten zu setzen. Die gelten oft nur für den Moment. Manchmal zeigen sie mir aber auch, welche Ansprüche im Alltag einfach mal weg können.

Übrigens weiß ich ganz genau, dass sich einigen von euch die Nackenhaare aufstellen beim ein oder anderen Tipp. „Aber, die Kinder brauchen doch Routine…“ Ich kann euch beruhigen. Die Kinder schnallen ziemlich schnell, was eine Ausnahme ist. Die lang anhaltende Panik, dass ein paar Tage Abweichung vom Alltag sie direkt verkorksen könnten, habe ich zum Glück inzwischen beiseite geschoben.

Womit macht ihr euch den Alltag leichter, wenn euer Partner oder eure Partnerin ma weg oder krank ist und ihr allein für die Kinder verantwortlich seid?

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