Zwei Wochen FamilienUNalltag – ein Zwischenfazit #coronatagebuch

Zwei Wochen Homeoffice mit Kindern, eingeschränkten Aktivitäten und #socialdistance – Wie lief das so?

Erstes Fazit: Ja, das war ganz schön naiv zu glauben, dass ich jeden Abend noch die Muße haben würde von unserem Alltag zu berichten. Ich schreibe viel – viel mehr als sonst, aber nicht alles ist für die Öffentlichkeit bestimmt. Vieles muss noch in mir arbeiten, einiges bekomme ich einfach nicht zu Ende gedacht, geschweige denn aufgeschrieben.

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Hinzu kommt, dass ich abends oft einfach zu kaputt bin und dringend in die Arme meines Mannes fallen und einfach dort bleiben muss, sobald die Kinder schlafen. Und da wären wir auch schon bei Erkenntnis Nr. 2: Je lauter das Thema #socialdistance in den Medien und im Alltag wurde, umso größer wurde das Bedürfnis nach Nähe in der Familie. Egal wie sehr wir uns manchmal nerven, gedanklich voneinander entfernt sind oder wieviele Wäschekörbe & ToDo-Listen noch warten: alle Tage enden gleich. Das Gute-Nacht-Ritual bekommt eine extra Geschichte, weil das gemeinsame Kuscheln so schön ist. Wir gehen abends alle in dasselbe Bett, weil wir uns damit am wohlsten fühlen. Der Mann und ich finden immer irgendwie Zeit, die Tage zu reflektieren und die Abende gemeinsam auf dem Sofa zu beenden. Das darf gerne so bleiben.

So viele gleiche Tage und trotzdem so viele unterschiedliche Gefühle

Unsere Tage sehen immer ähnlich aus, fühlen sich jedoch nie gleich an. Ich, die Chaotin des Hauses, lerne Pläne und Struktur gerade sehr zu schätzen. Was für ein Fazit Nr. 3... Ich bestehe in der Woche weiterhin auf das Anziehen vor dem Frühstück, wir nehmen uns für jeden Tag einen Ausflug in die Natur vor und haben irgendein kreatives Projekt als Ziel. Ohne diese kleinen Ankerpunkte gerät mein Gemütszustand momentan schnell ins wanken. Ich brauche abends das Gefühl irgendetwas auf die Reihe bekommen zu haben – mehr als zuvor – und natürlich schwerer umzusetzen als noch vor ein paar Wochen.

Was die Kinder nicht sagen – aber zeigen

Die Mädels vermissen ihre Freunde, den Kindergarten und andere Aktivitäten außerhalb der Familie. Sie sagen zwar selten etwas, aber wir merken, dass ihnen all dies fehlt. Smarti dreht abends nochmal richtig auf, hat Hummeln im Hintern und bringt viele Emotionen in Bildern zu Papier.

Karli rastet einfach nur aus. Mehrfach täglich. Laut. Energie zehrend für die ganze Familie. Meist unausweichlich. Oft bleibt uns nichts übrig als diese Ausbrüche irgendwie mit ihr auszuhalten. Schaffen wir in „brenzlichen“ Situationen die Kurve und wehren den Wutanfall irgendwie ab, verschieben wir ihn gefühlt eigentlich nur. Was raus muss, muss wohl einfach raus. Keine Ahnung, ob wir da noch eine bessere Lösung finden in den nächsten Wochen (An dieser Stelle sind Tipps ausdrücklich willkommen).

Noch mindestens 3 Wochen HomeSweetHome –  Was muss sich ändern?

Bekommen wir das noch mindestens noch drei Wochen so hin, wie es aktuell läuft? Das frage ich mich nach dieser Woche andauernd. Und meine Antwort ist fast den Tag eine andere. Ein paar Dinge müssen sich aber auf jeden Fall ändern, damit wir nicht öfter aneinander geraten. Dazu gehört, dass vor allem Smarti öfter mal Zeit mit einem Elternteil allein benötigt. Sei es ein Spiel für größere Kinder oder ein (Bastel)-projekt, das sie ein wenig fordert.

Ich persönlich muss es unbedingt auf die Reihe bekommen, mein schlechtes Gewissen abzuschalten, wenn ich einfach mal nichts tue außer 5 Minuten Ruhe zu genießen und durchzuatmen. Wenn die Kinder in einem anderen Raum spielen und mich gerade überhaupt nicht brauchen, sehe ich das ständig nur als Chance um zu arbeiten, zu lernen oder aufzuräumen.

Wie geht es euch so bei dem Gedanken, dass wir noch ein paar Wochen aushalten müssen? Habt ihr einen guten Alltag für euch als Familie gefunden und mögt vielleicht auch erzählen, was euch gerade besonders hilft?

 

2 Gedanken zu “Zwei Wochen FamilienUNalltag – ein Zwischenfazit #coronatagebuch

  1. Bei uns ist das Problem, dass wir beide voll arbeiten. Ich zwar auf 30 Stunden, aber ich muss jetzt mehr arbeiten als vorher. Ich arbeite beim Steuerberater und da sind Kurzarbeit und Antragsflut nur zwei Stichpunkte…..das passiert zu unserer Arbeit noch oben drauf….. ich bin teilweise sowas von fertig, dass ich zu Hause oft nichts auf die Reihe bekomme und dank Homeoffice bekommt der Rest der Familie jetzt mit, was im Büro sonst abläuft….die Kinder halten erstaunlicherweise super durch….sie sind 14 und 11 und meisterndes eigentlich recht gut….Lagerkoller ist hier zu Glück noch nicht angekommen.

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    • Oh, wow. Das klingt wirklich nach einer besonderen Herausforderung. Da glaub ich dir gern, dass abends nichts mehr geht. Hoffe du kommst damit gut klar und machst dir nicht noch innerlich Stress, weil was liegen bleibt. Viele Grüße und eine extra Portion Durchhaltevermögen für euch!

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